Lernwerkstatt der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Bielefeld

Arbeitsgruppe 3: Erziehungs- und Schultheorie von Grund- und Förderschule
Universität Bielefeld
Fakultät für Erziehungswissenschaft
Universitäts-Hauptgebäude, Raum T0-218, Universität Bielefeld, Universitätsstraße 25, 33501 Bielefeld,
brigitte.kottmann@uni-bielefeld.de
Zugeordnete Professur: 

Dr. Brigitte Kottmann ist aktuell die Leiterin der Lernwerkstatt. Sie gehört zur Arbeitsgruppe 3: Erziehungs- und Schultheorie der Fakultät für Erziehungswissenschaft.

Weitere Ansprechpartner: 
Die Lehrerinnen und Lehrer im Hochschuldienst (=abgeordnete Lehrkräfte) der AG 3 gehören jeweils zum Team der Lernwerkstatt.
Didaktisches Konzept: 

Die Lernwerkstatt (LWS) der Fakultät für Erziehungswissenschaft wurde 1992 von Prof. Dr. Dagmar Hänsel gegründet und ist eine Dauereinrichtung der Fakultät für Erziehungswissenschaft. Sie befindet sich in einem etwa 120qm großen Raum im Gebäudeteil T, unweit der zentralen Halle. Die Leitung der Lernwerkstatt ist durch eine Dauerstelle abgesichert, zudem unterstützt die Fakultät für Erziehungswissenschaft die Lernwerkstatt mit zwei Studentischen Hilfskraftstellen sowie einem jährlichen Sachmitteletat.

Die Lernwerkstatt ist eine „gestaltete Lernlandschaft“ mit einem vielfältigen Materialangebot. Die grundlegende Idee der Lernwerkstattsarbeit ist es, dass angehende Lehrerinnen und Lehrer aktiv-entdeckendes, forschendes, selbstbestimmtes, kooperatives und selbsttätiges Lernen an sich selber erfahren haben sollten, wenn sie genau diese Lernformen in ihrer späteren Unterrichtspraxis umsetzen sollen. Die Bielefelder Lernwerkstatt bietet so Raum für forschendes Lernen und ist zudem ein Kommunikations- und Kooperationszentrum für Studierende mit dem Berufswunsch Lehrer/in und alle, die an der Lehrerbildung beteiligt und / oder in Schulen tätig sind.

Der Schwerpunkt der Bielefelder Lernwerkstatt liegt auf dem Primarbereich. Sie wird insbesondere von Studierenden des Grundschullehramts sowie des Lehramts Grundschule mit Integrierter Sonderpädagogik nachgefragt. Sie ist curricular eingebunden, indem die Einzelleistungen im Modul „Pädagogik des Elementar- und Primarbereichs“ auch im Rahmen der Lernwerkstattsarbeit erbracht werden können.

    Das Angebot der Lernwerkstatt konzentriert sich auf:

    • Seminarveranstaltungen: Die Seminarveranstaltungen zielen insbesondere auf das Prinzip Forschenden Lernens ab, um Studierenden eine fragende und forschende Grundhaltung nahe zu bringen. Dieses ist generell für eine intensive Theorie-Praxis-Reflexion von Bedeutung und insbesondere für das Praxissemester konstitutiv. Die Seminarveranstaltungen stellen häufig einen Gegenentwurf zu frontalen, referentenorientierten Veranstaltungen dar. Beispielsweise bietet ein Seminar eine Einführung in die Montessori-Pädagogik. Neben den Grundgedanken dieser Reformpädagogik werden auch konkrete Arbeitstechniken und -materialien erprobt und auf die Anforderungen heutiger medialer und methodischer Anforderungen übertragen. Ein anderes Seminar beschäftigt sich beispielsweise mit der Frage, wie die Lernausgangslage von Schülerinnen und Schülern diagnostiziert und der individuelle Lernprozess gestaltet werden kann. Diagnostische Inventare beispielsweise für die Schuleingangsphase, mathematische und sprachliche Lernvoraussetzungen oder Selbstkonzepte der Kinder können praktisch erprobt, teilweise weiter entwickelt und an Fallbeispielen diskutiert werden.
    • Workshops: Pro Semester bietet die Lernwerkstatt rund 15 Workshops an. Sie stellen ein offenes und freiwilliges Angebot für Studierende aber auch für Lehrerinnen und Lehrer dar und zielen ebenfalls auf das Prinzip des forschenden Lernens. Durch dieses Angebot findet eine Vernetzung zwischen der Lehrerausbildung in der ersten und zweiten Phase sowie der Lehrerfortbildung statt. Die Personen in den unterschiedlichen Phasen kommen ins Gespräch, tauschen Erfahrungen aus und knüpfen Kontakte.
    • Selbststudium in den täglichen Öffnungszeiten: Hier bereiten sich z.B. Studierende einzeln oder in Kleingruppen auf Referate und Praktika vor, sie können dafür die entsprechenden Materialien sichten und teilweise ausleihen, Referendarinnen oder Lehrerinnen suchen nach Anregungen für ihre Unterrichtsstunden. Während der Öffnungszeiten ist in der Regel eine wissenschaftliche Mitarbeiterin, eine Lehrerin im Hochschuldienst und/ oder eine studentische Mitarbeiterin anwesend, die bei Bedarf gerne beraten oder Auskünfte geben.
    Materialkonzept: 

    Konkret finden sich in der Lernwerkstatt:

    • reformorientierte Unterrichtsmaterialien und Lernspiele, die auf eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet sind
    • Schulbücher und entsprechende Begleitmaterialien
    • (förder)diagnostische Materialien und Inventare
    • Kinder- und Jugendliteratur
    • Gesellschaftsspiele
    • didaktische Handreichungen für Lehrerinnen und Lehrer und erziehungswissenschaftliche sowie pädagogisch-didaktische Literatur für das Selbststudium
    • Montessori-Materialien
    • eine Schuldruckerei nach Celestin Freinet
    • Lernsoftware
    • eine Werkecke zur Herstellung eigener Unterrichtsmaterialien
    • Ausstellungsflächen und
    • ein Seminarbereich
    Raumkonzept: 

    Der Raum ist etwa 120qm groß und kann multifunktional genutzt werden. Er gliedert sich in einen Seminarbereich sowie Arbeits- und Kommunikationsplätze durch kleine Tischgruppen, durch vielfältige Materialien, eine Freinet-Druckerei etc. Er bietet Raum für Experimente und praktische Arbeit z.B. durch eine Werkbank, kann aber auch für individuelle Zeiten im Selbststudium genutzt werden.

    Konzeption vorhanden? (schriftl.): 
    Informationen zur Konzeption: 

    Kottmann, Brigitte (2013): Forschendes Lernen in Lernwerkstätten. In: Coelen, Hendrik / Müller-Naendrup, Barbara (Hrsg.): Studieren in Lernwerkstätten. Potentiale und Herausforderungen für die Lehrerbildung. Springer VS, Wiesbaden, S. 183-191.